Allgemeines über das Luft-gewehr

Das Luft-gewehr beziehungsweise die Luft-pistole wird zu der Kategorie Druckluftwaffen gezählt. Denn Luft-gewehre/ Luft-pistolen sind Waffen, bei denen das Geschoss mit einem anderen Gas als Luft angetrieben wird.

Bei scharfen Feuerwaffen wird das unter Druck stehende Gas durch verbrennen einer Treibladung erzeugt, dadurch unterscheidet sich das Luft-gewehr, denn bei einem Luft-gewehr werden verschiedene Verfahren genutzt und komprimiertes Gas verwendet.

Außerdem haben Luft-gewehre nicht die Leistung, die Handfeuerwaffen nutzen. Ein Luft-gewehr wird sehr gerne als Sportgerät genutzt. Man kann hervorragend seine Schießfertigkeiten üben, der Erwerb ist kein Problem und die Betriebskosten sind sehr gering.

Wie funktioniert das Luft-gewehr?

Grundsätzlich wird zwischen Mehrlader Luft-gewehren/ Luft-pistolen und Einzellader Luft-gewehren/ Luft-pistolen unterschieden. Das Luft-gewehr/ Luft-pistole funktioniert auf unterschiedliche Weisen. Es gibt Systeme  mit Ferderspeicher-, mit Gasdruckspeicher-, mit Druckluft-, mit Pressluft-, mit Co2- und Pumpsystem.

 

Federspeichersystem bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistolenLuft-pistole

Beim Auslösen des Schusses drückt ein Kolben nach vorn. Dieser wird vor dem Schuss durch eine starke Feder gespannt. Das Geschoss wird von einer komprimierten Luft mit circa 150 bar, von einem Kolben angetrieben. Bei Freizeitwaffen ist dieses Prinzip weit verbreitet, durch die robuste und einfache Konstruktion, fallen kaum Kosten an.

Durch spannen einer Feder kann der Kolben auch durch ein zusammengedrücktes Luftpolster angetrieben werden.

Der Lauf fungiert bei einem Luft-gewehr als Spannhebel für die Feder, aber auch parallel unterhalb des Laufes kann der Spannhebel sitzen. Dies wird als Knick- oder Kipplaufsystem bezeichnet. Aber es gibt auch Modelle deren Spannhebel sich seitlich am Waffengehäuse befindet, diese nennt man Seitenspanner.

Gasdrucksystem bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistole

Ein Druckgasbehälter, der an dem Luft-gewehr befestigt ist, stellt komprimiertes Gas bereit. Entweder wird mittels einer eingebauten Pumpe oder aus einem externen Behälter Gas bei Abgabe des Schusses in den Druckspeicher der Waffe geleitet. Druckgas wird durch eine C02 Patrone oder Kartusche, die mit druckverflüssigtem Kohlenstoffdioxid gefüllt ist, bereitgestellt. Bei Abgabe des Schusses wird von einem Schlagstück ein Ventil geöffnet, wie das Wort: Druckgasspeicher schon beschreibt, wird unter Druck stehendes Gas bei der Schussabgabe das Geschoss durch den auf das Luft-gewehr treibt. Es wird eine deutlich schnellere Schussentwicklung erreicht als bei Federspeichersystemen, denn durch das geringe Gewicht des Schlagstücks und das komprimierte bereitstehende Gas entsteht kaum Erschütterung.

Co2 System bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistolen

In einer Kartusche befindet sich Co2, dieses wird in einen Druckbehälter weitergeleitet. Das Geschoss wird durch den Inhalt des Druckbehälters angetrieben. Danach füllt sich der Behälter automatisch wieder mit Co2 auf. Flüssiges Co2 verdunstet in der Kartusche bis der Gleichgewichtsdruck wiederhergestellt ist. Solange sich flüssiges Co2 in der Kartusche befindet, bleibt der Druck konstant. Somit wird eine gleichbleibende Schussenergie ermöglicht. Temperaturschwankungen können sich negativ auf das Trefferbild auswirken, da der Druck in der Co2 Kartusche von der Temperatur abhängig ist. Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass das Spannen einer starken Feder entfällt und dadurch Luft-gewehr eine sehr einfache Handhabung haben.

Druckluftsystem bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistole

Es gibt Kompressions- und Pumpsysteme, der Druck wird dabei durch eine eingebaute Handpumpe erzeugt.

Systeme, in der die Druckluft, die von außen in den Drucklufttank in der Waffe gefüllt wird, nennt man Pressluftsysteme.

 

Pumpsysteme bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistolen

Schon früher wurden historische Luft-gewehre mit Pumpsystemen als Jagd- und Freizeitwaffen genutzt. Damit gleichmäßig Druckluft für mehrere Schüsse entnommen werden kann, wird ein Drucktank durch eine bestimmte Anzahl von Pumpenhüben aufgefüllt.

Eine einfache Handhabung bieten Luft-gewehre mit Kompressionssystemen, denn um genügend Druckluft für einen erneuten Schuss zu erzeugen, genügt eine einzige Bewegung des Pumpenhebels.

 

Pressluftsysteme bei einem Luft-gewehr/ Luft-pistole

Die außen angebrachte Druckluftflasche stößt komprimierte Luft in einen eingebauten Druckluftspeicher, dieses Pressluftsystem sind bei Matchwaffen sehr beliebt.  Über einen Druckminderer wird Luft aus dem Speicher in einen kleineren Behälter geführt, aus dem kleinerem Behälter kann nun die Druckluft für den nächsten Schuss entnommen werden. Der Druckminderer regelt, dass jeder Schuss konstant bleibt. Die Presslufttechnik feierte seinen Durchbruch um die Jahrtausendwende und eroberte Wettkämpfe. Selbst die Schießabläufe und Anschlagsarten passten sich der Technik an.

RechtlichesLuft-gewehr

In Deutschland unterliegen Luft-pistolen, Luft-gewehre, Druckluftwaffen, Druckgaswaffen und Federdruckwaffen dem Waffengesetz (WaffG), das den Umgang mit ihnen beschränkt.

Erwerb und Besitz
Unter Erwerb wird die Erlangung, unter Besitz die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über eine Druckluftwaffe verstanden.
Erwerb und Besitz von Luft-pistolen, Luft-gewehre, Druckluftwaffen, Druckgaswaffen und Federdruckwaffen sind nur dann erlaubnisfrei, wenn
• sie den Geschossen eine Bewegungsenergie (Mündungsenergie) nicht größer als 7,5 Joule erteilen und dauerhaft mit einem F in einem Fünfeck (siehe nebenstehendes Bild) gekennzeichnet sind oder
• sie vor dem 1. Januar 1970 hergestellt und entsprechend den damals geltenden Bestimmungen in den Handel gebracht worden sind oder
• vor dem 2. April 1991 auf dem Gebiet der DDR hergestellt und entsprechend den damals dort geltenden Bestimmungen in den Handel gebracht worden sind

Luft-gewehre und Luft-pistolen, die keines dieser Kriterien erfüllen, sind erlaubnispflichtig. Die behördliche Erlaubnis ist für jede erlaubnispflichtige Waffe in der Waffenbesitzkarte zu dokumentieren.

Voraussetzung für den Erwerb und Besitz von erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Druckluftwaffen, Druckgaswaffen und Federdruckwaffen ist die Vollendung des 18. Lebensjahres.

Die Geschosse für Druckluftwaffen unterliegen keinen waffenrechtlichen Bestimmungen.

Schießen
Das Schießen mit erlaubnisfreien Druckluftwaffen, Druckgaswaffen und Federdruckwaffen ist sowohl auf behördlich zugelassenen Schießständen als auch auf umfriedeten Grundstücken erlaubt, wenn die Erlaubnis des Eigentümers vorliegt und sichergestellt ist, dass die Geschosse das Grundstück nicht verlassen können.

Führen
Unter Führen wird die Ausübung der „tatsächlichen Gewalt“ über eine Schusswaffe außerhalb der eigenen Wohnung, des eigenen umfriedeten Grundstückes oder eines Schießstandes verstanden. Wenn eine behördliche Erlaubnis zum Führen einer Schusswaffe vorgeschrieben ist, wird diese mit einem Waffenschein erteilt.
Druckluftwaffen, Druckgaswaffen und Federdruckwaffen sind nicht von der Erlaubnis zum Führen befreit. Für erlaubnisfreie Luftgewehre und Luftpistolen wird grundsätzlich kein Waffenschein ausgestellt, so dass das Führen solcher Schusswaffen lediglich theoretisch für Inhaber eines Jahresjagdscheines während der befugten Jagdausübung erlaubt ist.